Island – das ist das Land der Mythen und Feen, das Land geschaffen aus Feuer und Eis. Nirgendwo ist man den Vulkanen, der Natur und den Menschen so nah.

Wenn man in Island unterwegs ist,hat man viel Zeit und Ruhe um nach zu denken. Besonders oft ist mir dabei in den Kopf geschossen: „Wie kann das alles hier, die Erde, auf der ich stehe, der Vulkan dort drüben und der Fjord um die Ecke alles einfach so aus dem Meer emporgestiegen sein?“

Ich sage euch eins: Egal, wie lange ihr dort nachdenkt, ich werdet es nie richtig begreifen können.

Island ist in vier Perioden entstanden. Die erste begann vor rund 20 Millionen Jahren. Somit ist die Insel „erst“ 20 Millionen Jahre alt und das jüngste Land Europas.

Wie bereits erwähnt, begann alles mit den Vulkanen unter Wasser. Sie legten das Fundament für die Insel und das, worauf Du dort stehst. Später durchbrach Lava die Erdkruste und Island stieg förmlich aus dem Meer empor. In einer großen Eiszeit wurden 98 % der Insel mit Eis bedeckt, welches ein paar Millionen Jahre später wieder zurückging und die Küstenbereiche freilegte. Das Eis, das heute noch in den großen Gletschern vorhanden ist, stammt größtenteils aus dieser Zeit.

Die Insel verändert sich auch heute noch: jährlich driften die zwei Erdplatten, auf denen sich Island befindet, um etwa drei Zentimeter auseinander. Später einmal wird Island zweigeteilt sein.

Wer in Island unterwegs ist, muss oft vor allem auf den Geldbeutel Acht geben. Der leert sich dort nämlich schneller als man “ Eyjafjallajökull“ sagen kann… Ich empfand es dort wahnsinnig teuer und habe es mir wirklich jedes mal zwei mal überlegt, ob ich jetzt wirklich eine Suppe zu Mittag brauche oder nicht. Und ich musste es ja nicht mal bezahlen 😉 Darum bleibt vielen Besuchern nichts anderes übrig, als in einem Hotel im Westen zu bleiben und von dort Ausflüge ins Umland zu machen. Eine Standortrundreise quasi.

Anfangs, als ich die Reise geplant habe, war ich etwas misstrauisch gegenüber den teils etwas längeren Fahrten. Vor Ort habe ich aber zu Gesicht bekommen, dass einem auf den Fahrten eigentlich gar nicht langweilig werden kann: Die Straßen führen quer durch grüne, orangene oder schwarze Täler, alle wenige hundert Meter entdeckt man einen Wasserfall und manchmal türmt sich urplötzlich ein riesiger Gletscher vor einem auf. Ich hätte wirklich jeden zweiten Kilometer anhalten können.

Um Dir zu zeigen, dass es sich auch für Leute mit kleinerem Budget oder weniger Zeit lohnt, nach Island zu fliegen, habe ich dir neun interessante, von mir persönlich getestete, Ausflugsziele im Umland von Reykjavik herausgesucht.

Ich unterscheide sie in drei Kategorien, damit Du dich besser zurecht findest.

-GT (=Ganztagesausflug): Hierfür brauchst Du einen ganzen Tag und vielleicht am besten ein eigenes Auto.

-HT (=Halbtagesausflug): Diesen Ausflug kannst Du gut irgendwann einmal „zwischendurch“, wenn Du noch einen freien Nachmittag hast, machen.

-Baustein: Reisebausteine sind wie kleine Puzzleteile, die Du in deine Reiseplanung mit aufnehmen kannst. Sie passen überall, wenn Du gerade in der Nähe bist.

 

1. Islands Süden (GT)

Von der Hauptstadt Reykjavik in den Süden ist es schon ein gutes Stück – wer Glück mit dem Wetter hat, wird es allerdings keinesfalls bereuen! Du beginnst in Reykjavik und fährst auf die sagenumwobene „Ringstraße Nr. 1“, die einmal komplett um Island führt. Wenn Du also immer und immer weiter der Straße folgen würdest, wärest Du schon bald wieder in Reykjavik!

Die Ringstraße ist die wohl am stärksten befahrene Straße des Landes, sehr viel mehr betonierte Straßen gibt es auch gar nicht. Im Laufe des Tages wirst Du, vorbei an Fischerdörfern, grünen und schwarzen Bergen, Vulkanen und Lehmgruben, mehrere Wasserfälle und die atemberaubende Südküste von Island zu Gesicht bekommen.

Nach etwa 80 Kilometern landest Du in der verschlafenen Stadt Selfoss. Sie markiert die Grenze zwischen dem Großraum Reykjavik und dem Süden.

Einige Kilometer später steht das erste Highlight auf dem Programm: der Seljalandsfoss. Hier strömen die Wassermassen aus 69 Metern Höhe in eine Grube. Das Besondere: Es lässt sich gut einmal um den Wasserfall laufen! Alle Flächen sind grün und unter dem Überhang kommt man bequem einmal herum. Manchmal ist der Trampelpfad etwas nass, dann solltest Du etwas Acht geben.

Dir ist sicher auch schon dieser große Gletscher im Hintergrund aufgefallen. Erinnerst Du dich noch, als Du 2010 in den Nachrichten von dem Vulkanausbruch auf Island gehört hast, weshalb viele Menschen dort fest saßen? Dieser Gletscher war der Auslöser, der sagenumwobene Eyjafjallajökull ist sowohl Gletscher als auch Vulkan.

 

Die Gletscherzunge des Eyafjallajökull

 

Sind dir schon die Inseln rechts von dir vor der Küste aufgefallen? Das sind die Westmanner Inseln, bekannt aus einer alten Sage der Isländer. Der schöne Anblick täuscht: wegen schlechten Wetters sind hier schon viele Schiffe gesunken!

Weiter geht´s nach Skógafoss, dem nächsten Wasserfall und für mich einer der schönsten überhaupt. Nicht ganz so hoch wie der Seljalandsfoss, dafür umso breiter und massiver. Hier entsteht fast jedes Mal ein Regenbogen. Vielleicht kannst Du ihn ja mit deiner Kamera aufnehmen!

Wenn Du möchtest, kannst Du die exakt 423 Stufen Trampelpfad hinaufsteigen und von oben auf den Wasserfall schauen. Besonders spektakulär finde ich genau den Punkt, an dem das Wasser des Flusses die Tiefe hinunterstürzt.

 

Am Skógafoss
Traumhafte Kulisse am Skógafoss

 

Nur wenige Kilometer weiter hast Du es geschafft: Du stehst nun am südlichsten Punkt Islands, dem Strand Reynisfjara, übersetzt „Schwarzer Strand“. Der Grund dafür ist mehr als ersichtlich 😉

Die Brandung hier ist rau, das Wasser des Atlantiks wirkt massiv. Diese Wassermassen haben die Kalksteinfelsen an der Brandung und vor der Küste diese bekannte Form gegeben: viele von ihnen sind durchlöchert und unten ganz schmal. Auf diesen Felsen wächst meist Gras und bis Ende August lassen sich hier auf die weltberühmten Papageientaucher sehen.

 

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Ein Foto mit diesen Vögeln ist sooo schwer – mein bestes Ergebnis nach 30 Minuten 😀

 

Nebenan liegt auch das Dörfchen Vík Í Mýrdal. Hier lässt es sich gut essen.

Nächste Station (bei der ich leider nicht war) ist das Eyjafjallajökull Besucherzentrum. Hier kannst Du dich genauer in die Geschichte des Vulkanes hineinversetzen und sogar bis vor an die Gletscherzunge laufen.

Auf dem Rückweg kannst Du noch einen Stopp an der einzigen Tankstelle in Hella machen, ehe Du dich wieder Reykjavik näherst.

Route: Reykjavik – Seljaland – Skógafoss – Reynisfjara – Vík í Mýdal (-Besucherzentrum Eyjafjallajökull) – Reykjavik

Für diesen Ausflug ist ein eigenes Verkehrsmittel eigentlich schon Pflicht. Gute Mietwagen mit nötiger Ausstattung (Ersatzrad, Werkzeug, Kühlerdichtmittel, Abschleppkette und eine Fußpumpe für die Reifen)  gibt es in Island ab etwa 80€, das Benzin kostet 1,50€/Liter.

 

2. Ein Ausflug in die Stadt (HT)

Viele Besucher vergessen vor lauter Vulkanen und Wasserfällen ganz den Charme der nördlichsten Hauptstadt der Welt. Hier kannst Du problemlos einen Tag verbringen.

Sehenswert ist das brandneue Opernhaus direkt am Hafen, das der Schuppenhaut eines Fisches ähneln soll. Im Laden der Oper gibt es SUPERgünstige Mäntel zu kaufen. Die Preise dafür beginnen ab 1100€ -Schnäppchen, oder? 😉

Auch die weltbekannte Hallgrímskirkja und das Rathaus ist sehenswert.

Etwas weiter außerhalb gibt es auch noch den Botanischen Garten mit einem urigen Café. Daneben befindet sich ebenfalls ein Freibad.

Hallenbäder kennen die Isländer übrigens nicht. So etwas hat es dort noch nie gegeben. Isländer wissen von der Kraft ihres Wasser und benutzen es für alle möglichen Dinge – man findet das Thermalwasser aus den heißen Quellen in jedem Bad, jeder Heizung, sogar 98% des Stroms auf Island wird durch Wasserkraft hergestellt!

Da heißes Wasser auf Island  keine Seltenheit ist, kostet die Kilowattstunde Elektrizität auch nur ein Drittel von dem, was wir bezahlen. In jedem Restaurant gibt es auch immer Wasser kostenlos. Wer also nicht unbedingt ein Softdrink oder Bier braucht, sollte auf das kostengünstige Wasser zurückgreifen 😉

Route: Ich denke nicht, dass Du eine konkrete Route brauchst, um dich in Reykjavik zurecht zu finden. Informiere dich einfach ein bisschen. Innerhalb der Stadt ist es super, den Bus zu nehmen. Tickets sind nicht sonderlich teuer und die Busse sind zuverlässig. Aber Vorsicht: In Island geben Busfahrer kein Wechselgeld! 🙂

Tipp: Wenn Du einen ganzen Tag Zeit hast, schlendere morgens durch die Stadt und unternehme nachmittags eine Walbeobachtungsfahrt! (siehe weiter unten)

 

3. Freibad  Fludir (Baustein)

Fludir ist ein kleines Fischerdorf mit keinen nennenswerten Eigenschaften. Wäre da nicht das älteste Freibad auf ganz Island! Der Eintritt ist zwar (wie fast alles auf Island) happig, dafür kann man aber wunderbar entspannen. Und – wer hätte es gedacht? Es gibt umsonst Wasser 😉

Auch hier hat der Isländer sich wieder die Natur zu Nutze gemacht. Das Freibad liegt nämlich genau dort aus einem bestimmten Grund. Direkt neben dem Freibad explodiert alle 5 Minuten ein kleiner Geysir. Noch ein paar Meter weiter fließt ein eiskalter Fluss.

Die Menschen nehmen das Wasser des Geysirs (bis zu 80°C heiß!) und lassen es in die eine Seite des Tümpels einfließen. Zur Regulierung strömt von der anderen Seite das eiskalte Wasser des Flusses hinein.

Wie weit kommst Du an den Geysir? Es wird auf jeden Fall kuschelig!

 

Im Freibad von Fludir lässt es sich wunderbar entspannen
Im Freibad von Fludir lässt es sich wunderbar entspannen

 

Der Boden des Tümpels ist auch ein Traum. Das muss so ein Schlammboden gewesen sein. Das Wasser ist nicht tief, man muss also nicht schwimmen. Ab und zu findet sich auch ein Stein, auf den man sich setzen kann.

Wenn Du einmal ein, zwei Stunden Zeit hast, und gerade in der Nähe bist, ist das der perfekte Ort für dich!

Lage: Fludir liegt ziemlich genau zwischen dem Gullfoss und Selfoss. Für die Anreise brauchst Du nicht zwingend ein eigenes Auto. Wenn Du dich zu einem Ganztagesausflug zum Goldenen Kreis entscheiden solltest, gibt es geführte Touren, die auch das Freibad ansteuern.

 

4. Snaefellsness (GT)

Auf der Tour einmal rund um Snaefellsness kommst Du dem Snaefellsjökull ganz besonders nah. Von Reykjavik begibst Du dich erneut auf die Ringstraße, allerdings in die andere Richtung gen Norden.

Bald wirst Du einen 16 km langen Fjord untertunneln und am anderen Ende des Tunnels die frische Brise der Küste schnuppern können. Nach etwa 40 km erreichst Du in Vegamot eine Straßenkreuzung. Geradeaus geht es weiter die Küste entlang und rechts ins Inland. Du biegst rechts ab (Richtung Bjarnarhöfn).

Es wird nicht allzu lange dauern, bis Du schon wieder Küste sehen wirst. Du hast einfach einmal die Halbinsel durchquert und befindest dich jetzt an der Nordküste von Snaefellsness mit den „1000 Inseln“, die angeblich noch nie gezählt wurden.

Vor dir taucht das Dorf Bjanarhöfn auf. Eigentlich ist es kein Dorf, es leben nämlich nur drei Menschen dort. Sie sind eine Familie und leben auf diesem Hof. Das Besondere? Der Hof ist der einzige auf Island, der Haifisch verarbeitet.

Hai wird nicht mehr in den Meeren vor Grönland gefangen, jedoch wird er manchmal als Beifang nach Bjanarhöfn gebracht. Was dort alles mit dem Hai passiert, bevor er in kleinen Würfeln mit Brot vor dir liegt, lässt Du dir am Besten von der Familie persönlich zeigen, die sogar ein kleines Museum haben.

 

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Am Ende darfst Du den Hai auch einmal probieren. Sonderlich lecker hat er nicht geschmeckt, etwas wie ein Würfel aus dem weißen Fett bei italienischen Schinken. Tatsächlich habe ich mir den Geschmack aber viel schlimmer vorgestellt.

Weiter geht´s die Küste entlang (von Bjanarhöfn nach rechts).Bald schon wird dir der Gletscher links von dir auffallen. Das ist der Snaefellsnesjökull, der Gletscher, an dem die Geschichte „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ spielt.

Der Kirkjufell ist ein Berg, der die Küste von einem Fischerdorf ziert. Anfangs sieht er ganz normal, grün bewachsen aus, doch wenn Du später von einem anderen Winkel auf ihn schaust, wirst Du seine außergewöhnliche Form sehen können: Er ist nämlich etwa 140m lang aber nur wenige Meter breit! Genau dieser Anblick schmückt das Cover von vielen Reiseführern.

 

 

Wenn Du die Straße weiterfährst, befindest Du dich auf einmal inmitten von Lavafeldern. Die ganze Lava stammt aus dem Snaefellsjökull und den anderen kleinen Kratern, die Du überall entdecken kannst. Ganz am Zipfel der Halbinsel erreichst Du den zweitwestlichsten Punkt Islands – den Schiffsfriedhof.

Im 19.Jahrhundert sank ein Schiff im Sturm vor der Küste, die Überreste sind nicht vollständig auf den Grund gesunken, sodass sie an Land gespült wurden. Am Strand liegen nun überall Teile des Wracks, kleine, große. Und eine Bilderbuchkulisse hat man auch!

Du folgst der Straße weiterhin und befindest Dich auf einmal wieder an der Südküste von Snaefellsness. Wenn Du Glück hast,und vor Ende August da bist, siehst Du am Strand immer mal wieder ein paar Robben. Hier kannst Du gut und lange Spazieren gehen, wenn Du möchtest.

Am Ende steht dir die längste Strecke bevor: von der Südküste fährst Du wieder durch den Tunnel auf der Ringstraße zurück bis nach Reykjavik.

Route: Reykjavik – Bjarnarhöfn -Kirkjufell – Schiffsfriedhof – Robbenstrand -Reykjavik

Du kannst Dich einem geführten Ausflug anschließen oder auf eigene Faust mit deinem Mietwagen nach Snaefellsness fahren. Aber Vorsicht: Die Bewohner von Bjarnarhöfn werden dir keine Führung geben können, da sie nur Isländisch sprechen! Mit etwas Geduld, wirst Du bestimmt aber auch den Hai probieren dürfen 🙂

 

5. Walbeobachtung in Faxaflói (Baustein)

Wie ich schon oben erwähnt habe, ist es eine super Idee, den Stadtrundgang in Reykjavik mit einer Walbeobachtung zu kombinieren.

Es gibt verschiedene Unternehmen direkt am Hafen oder im Internet. Zusätzlich werden verschiedene Touren angeboten.

In Islands Gewässern tümmeln sich verschiedene Robben, Wale und Delfine. Besonders häufig sieht man die Schweinsdelfine. Wer Glück hat, bekommt einen Zwergwal zu sehen. Sehr gering ist die Chance auf einen Pottwal oder Orca!

Eine Beobachtung dauert meist etwa 3 Stunden. An Bord gibt es eine Bar und natürlich ein Deck, auf das man sich, mit Kamera bewaffnet, setzen kann. Wem kalt wird, (und das wird sicherlich passieren!) stehen rote Overalls zur Verfügung. Die bewirken wahre Wunder! 🙂

Tickets bekommt man im Hafen von Reykjavik an den Informationsschaltern oder schon im Vorraus im Internet.

6. Phörsmörk (GT)

Phörsmörk – Abenteuer pur! Wenn Du dich sicher im Fahren von Geländewagen fühlst und gerne einmal ein richtiges Abenteuer erleben willst, ist diese Tour genau das richtige für dich! Aber keine Sorge: Es gibt auch Ausflüge mit Bussen und Busfahrern, die das wirklich können 🙂

Phörsmörk ist das gesamte Gebiet von Seljalandsfoss bis hinter zu Mýrdalsjökull. Ganz hinten im Tal angenommen, kannst Du wunderbar wandern und am Ende sogar auf den Eyjafjallajökull und den Vulkan Herkla blicken – ein atemberaubender Anblick!

Aber langsam: Der Weg ist das Ziel!dscn4877

 

Fahre von Reykjavik wieder über Selfoss zum Seljalandsfoss und biege dann links ins Hinterland ein. Und dann beginnt der Spaß: Schotterpiste gepaart mit insgesamt 23 Flüssen, die es zu überqueren gilt. Brücken? Wofür hat man denn Geländewagen? Einfach durch, das wird schon! 😀

Die wenigsten Flüsse sind wirklich tief, alle lassen sich mit einem Geländewagen passieren.

Etwas weiter hinten im Tal gibt es drei Orte, der schönste davon ist definitiv der ganz hinten. Du kannst auf einen Berg wandern und hast eine wunderbare Aussicht. Leider weiß ich den Namen des Ortes nicht mehr…

Route: Hier wäre ich an deiner Stelle vorsichtig. Mit den Flüssen ist nicht zu spaßen und ich persönlich würde das Risiko nicht eingehen wollen. Wenn Du dich aber absolut fähig dazu fühlst, und dich auch auskennst, wäre diese Tour THEORETISCH auch auf eigene Faust machbar. Mein Tipp: Schließe dich wenigstens für diesen Ausflug einer Reisegruppe an!

 

7. Halbinsel Reykjanes (HT)

Die Halbinsel Reykjavik ist übersät mit Lavafeldern und Vulkanen. Auf deiner Fahrt wirst Du dir wie auf einem anderen Planeten vorkommen. Und es goibt noch viel mehr Besonderes auf dieser Tour zu entdecken.

Von reykjavik fährst Du in Richtung Flughafen. Du erreichst schon bald die Lavafelder.

Der erste Stopp auf dem Weg ist die weltbekannte Strandakirkja, die „Kirche am Strand“. Eine der ältesten Kirchen Islands mit einer ganz besonderen Geschichte: Als einmal zwei Fischer in Seenot gerieten und sie drohten, zu ertrinken, beteten sie zu Gott. Angeblich soll ein Engel erschienen sein, der sie einen sicheren Weg zum Ufer geleitet hat. Zum Dank errichteten beide Fischer gemeinsam diese kleine Kirche aus Holz und tauften sie „die Kirche am Strand“, da es so etwas davor noch nie gegeben hatte.

Weiter geht´s zu den Lehmgruben, die für mich wirklich beeindruckend waren. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich noch nie im Yellowstone Nationalpark war. Sonderlich viele Gruben sind es nicht, aber dafür blubbert und brodelt es unter und über der Erde gewaltig. Aus jedem Felsen qualmt es und es riecht nach Schwefel. Einen kleinen Fotostopp ist es definitiv wert!

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In den Lehmgruben blubbert es gewaltig

 

Weiter geht´s zum westlichsten Punkt der Halbinsel. Hier kannst Du erneut an den Spalten entlang wandern und auf Felsen steigen – Aussicht inklusive!

In Küstennähe liegt auch „das Loch der alten Gunna„. Gunna war eine alte Frau, die hochverschuldet in einem Fischerdorf in der Umgebung gewohnt hatte. Kurz bevor sie starb, kam ein Beamter und entzog ihr das letzte, was ihr lieb war: ihren Topf. Bei ihrer Beerdigung hörten die Menschen seltsame Murmelgeräusche und schon bald wurde das Dorf von einem Geist heimgesucht – dem Geist der Unna.

 

Baden in der Blauen Lagune
Baden in der Blauen Lagune

Viele Dorfbewohner hatten Angst und wandten sich an den zu der Zeit bekanntesten Pfarrer der Insel. Er meinte, man soll ihr ein Wollknäuel schmeißen und der Geist wird ihm folgen. So taten sie es. Das Wollknäuel, inklusive der Gunna im Schlepptau verschwanden in einer alten Schwefelgrube – sie war nie mehr gesehen worden.

Und diese Schwefelgruben kannst Du nun besuchen – aber Achtung: Der Schwefelgeruch ist hier besonders intensiv und es kann dir sehr schnell schlecht werden!

Wenn Du weit genug im Voraus gebucht hast, kannst Du noch anschließend, ehe Du wieder nachhause fährst, in die berühmte Blaue Lagune fahren.

Route: Ich kenne keine konkrete Route, um all diese Punkte miteinander zu verknüpfen. Ich empfehle dir auf jeden Fall ein eigenes Fahrzeug, damit bist du einfach flexibel. Wenn Du noch in die Blaue Lagune gehen möchtest, solltest Du fast einen ganzen Tag einplanen, das kann sich ziehen! 😉

 

8. Der Goldene Ring (GT)

Der Goldene Ring – das Touristenhighlight. Nirgendwo tummeln sich so viele Touristen auf Island wie dort. Vorweg: Hüte dich vor Kreuzfahrtschiffen, die in Akueryi anlegen!

Der Goldene Ring hat seinen Namen aus der Geschichte Islands. Als Island noch zu Dänemark gehörte, wollte der damalige König unbedingt einmal die Geysire und Wasserfälle auf Island sehen – zu Pferd in einer Kutsche. Wasserfälle und Geysire hatten die Isländer schon genug, nur hatten sie ein Problem: Sie hatten keine Straße!

Und so begannen sie zu bauen – eine Straße aus Beton (die erste auf Island überhaupt!), die die drei wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel verbindet. Dadurch entstand eine Ringform. Und schon war der Goldene Ring geboren!

Heute wie früher sind es die gleichen Sehenswürdigkeiten, die es zu bestaunen gibt. Thingvettlir, die alte Gerichtsversammlung und der Punkt zwischen den Erdplatten. Dann wäre da noch der weltbekannte Geysir Strokkur (mein Favorit unter den Dreien!) und der Wasserfall Gullfoss, der sich insgesamt 33 Meter in die Tiefe stürzt.

 

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Vielleicht merkt ihr schon; ganz begeistert bin ich nicht, wenn ich vom Goldenen Ring spreche. Mir haben die Busse voller Touristen (aufgrund von Kreuzfahrtschiffen aus dem Norden), die ich sonst nie sehen konnte und über alles hasse, den Spaß an den wunderschönen Orten genommen. Richtig gut hat mir nur der Geysir Strokkur gefallen. Einen Geysir zu sehen ist ein Muss für jeden Reisenden, keine Frage!

Außerdem bin ich der Ansicht, dass die drei Orte sehr wohl zu Island gehören – sie sind ja nicht weniger schön! Nur etwas voller eben..

Route: Von Reykjavik folgst Du den Schildern nach Thingvettlir. Danach geht es weiter zum Geysir, dem Strokkur, bevor du über den Gulfoss und Selfoss wieder zurück nach Reykjavik fährst. Ein Auto ist nicht nötig, es gibt genug Ausflüge, denen man sich anschließen kann.

 

 

Island. Das ist und bleibt ein Land der Mythen. Ein Land aus Feuer und Eis, ein Land mit schon fast unnatürlich schöner Natur. Ein Land, das auch Du entdecken solltest und zu dem ich definitiv noch einmal hingehen muss / werde…

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Hi, ich bin´s Marian! Mit 14 Jahren Autor eines Blogs? Natürlich geht das! Als ich zwölf Jahre alt war, ergriff mich plötzlich das Reisefieber: Ich schnappte mir meine Mutter und den Rucksack und flog nach Kambodscha, Seitdem liebe ich Asien, Großstädte und das Fliegen selber mehr wie alles andere. Bleib doch noch ein wenig und entdecke mit mir die Welt!

28 Kommentare

  1. Wow. Super Beitrag. Wir waren gerade auf den Lofoten, Norwegen. Auch alles superteuer. Aber die Landschaften entlohnen. ( schnupper mal vorbei)
    Island wollen wir auch unbedingt entdecken. Dein Beitrag verstärkt mein Fernweh…

    Liebe Grüße

  2. Hallo,

    sehr schön dein Artikel über Island, da bekommt man Lust sofort hinzufliegen. Deine Fotos sind echt klasse und Hut ab zu deiner Geduld die Papageientaucher zu fotografieren. Folge dir auf Facebook und bin auf deinen nächsten Artikel gespannt.

    Liebe Grüße
    Bo

    1. Hey super, danke! 🙂
      Freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefallen hat. Insgesamt stand ich wohl mehr als 30 Minuten im peitschenden Regen… Aber es hat sich doch gelohnt! 🙂
      Dir folge ich auch schon – freue mich auf deine nächsten Artikel 🙂

  3. Toller Beitrag. Vielleicht einen Hauch zu lang – da hättest du gut und gern zwei Beiträge draus machen können. Die Idee mit den Reisebausteinen find ich klasse, das ich auf sowas net selbst gekommen bin 😀

    Weiter so!

    1. Hallo Flo!
      Vielen Dank fürs Feedback! 🙂
      Der lange Beitrag hat sich einfach so ergeben. Ich schrieb und schrieb und schrieb – ist wohl etwas ausgeartet 😀
      Ich freue mich riesig, dass der Beitrag so gut bei euch ankommt 🙂

  4. Wundervoller Beitrag. Hat mir sehr gut gefallen. Hast alles sehr gut beschrieben. Kann man die Reise miterleben.
    Weiter so.👍👍

  5. Hach ja Island…. ein träumchen 🙂
    Du schreibst ähnlich wie ich. Genau und ausführlich. Dein Post hat mir Spaß gemacht zu lesen! Und die Länge ist mal… was neues^^
    Liebe Grüße Madeline

  6. Hey Marian 😉 topp-Fotos und eine wirklich spannende Beschreibung Deines Erlebten… schick Dir liebe Grüsse und freu mich schon auf ein Wiedersehen, Marco

  7. Hallo Marian,
    vielen Dank für diesen ausführlichen und informativen Beitrag. Das ist wirklich perfekt, um sich eine Island-Rundreise zusammenzubauen! Habe mir sofort ein Lesezeichen gesetzt 🙂 Island steht nämlich definitiv noch auf meiner Wunschliste. Die Bilder machen auch richtig Lust darauf, das Land zu erkunden.
    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Hallo Katharina!

      Ich bin begeistert, wie gut der Artikel bei euch ankommt! So viele Kommentare und so viel positives Feedback! 😀
      Island ist wirklich toll und eigentlich ein Muss! Aber auch hier sollte man sich langsam beeilen; ehe die Massen das Land bevölkern 🙂
      Ganz liebe Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar
      Marian

  8. Hallo Marian,

    toller Beitrag! Das macht ja richtig Lust mal nach Island zu fahren! Am besten fand ich das Freibad! Ich finde das richtig toll, dass du mit 14 schon deinen eigenen Blog schreibst! Weiter so!

    Liebst, Nad

  9. Hi Marian,
    ein super Beitrag und genau zur richtigen Zeit 🙂 Habe ja erst vor ca. 2 Wochen Deiner Mum erzählt, dass wir an Pfingsten evtl. Island bereisen wollen…allerdings mit dem WoMo. Nach Deinem tollen Beitrag kann ich es kaum mehr erwarten.
    Freue mich, Dich bald wiederzusehen.
    LG Anja

  10. Was für ein phänomenaler Beitrag! Ich fand es sehr interessant etwas über die Entstehung der Insel zu lesen. Gut gefallen hat mir auch, dass du immer wieder Hintergrundinformationen mit einfließen lassen hast (z. B. die Legende oder woher Dinge in Island ihren Namen haben). Richtig gut geschrieben und sehr informativ! So Artikel gibt es leider selten. War bestimmt eine Menge Arbeit. Island steht bei mir auch noch auf der Bucketlist 🙂

    1. Vielen Dank Kuno für deine lieben Worte!
      Ich habe mir tatsächlich viel Mühe gegeben – schön, dass es dir auffällt 🙂
      Ja, Island muss man unbedingt einmal gewesen sein!

  11. Hallo Marian, erstmal natürlich Hut ab vor deinem Blog, der gefällt mir echt sehr gut. Hängen geblieben bin ich gerade bei deinem Artikel über Island. Wir lieben Island und reisen im März heuer bereits zum 2. Mal nach Island. Grundsätzlich ist Island sicher nicht die günstigste Destination, aber wir haben zum Beispiel bei den Flügen echte Schnäppchen gemacht. Toll ist auch, dass man viele Sehenswürdigkeiten ohne extra dafür zu bezahlen, anschauen kann. Deine Fotos machen echt Lust auf Island. 🙂
    Bis bald und liebe Grüße Ines

  12. Island ist ein wundervolles Land und ich freue mich schon drauf dort auch mal Urlaub zu machen. Allerdings würde ich es wahrscheinlich mit dem Auto und Rucksack bereisen.
    Finde es aber auch toll das du mit so jungen Jahren schon so viel sehen kannst, geniese es^^
    Lg Laura

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