Dass ich Streetart mag, weißt Du sicher schon, wenn Du mir auf Facebook folgst. Denn dort poste ich immer wieder ein paar der schönsten Bilder von Straßenkunst. Streetart lässt sich besonders leicht photographieren, weil sie meist voller Farben ist und sie sich (meistens 🙂 ) nicht bewegt. Wenn Du dir also etwas Zeit für ein Bild nimmst, kannst Du eigentlich fast nichts falsch machen. Aber eben nur „fast“. Denn es gibt einige Aspekte, die Du beachten solltest, wenn dein Bild alle anderen umhauen soll…

Das richtige Equipment

Um ein tolles Foto von Streetart zu schießen, brauchst Du nicht viel Equipment. Aber es gibt eine Faustregel: Kamera statt Handy! Bitte, bitte, mache dein Bild mit deiner Kamera. Es ist eigentlich gar nicht relevant, welche Kamera Du verwendest, sondern nur, dass Du eine verwendest.

Die Bilder mit dem Handy werden zu hundert Prozent nicht so farbintensiv und lebendig sein. Glaubst Du nicht? Hier habe ich zwei Bilder von ein und demselben Motiv gegenübergestellt. Siehst Du den Unterschied? 😉

Den Blitz kannst Du eigentlich meistens einklappen, es sei denn, Du photographierst an einem dunklen Ort oder in der Nacht. Generell empfiehlt sich aber, Motive mit Tageslicht aus zu suchen. Was ein Motiv interessant macht und wie Du es ganz schnell erkennen kannst, verrate ich dir im nächsten Abschnitt!

Das perfekte Motiv

Handy eingesteckt und Kamera raus geholt? Perfekt! Jetzt gilt es natürlich, erst mal ein besonders gut geeignetes Motiv ausfindig zu machen. Dass es aufregend und ansprechend für den Betrachter sein sollte, ist Dir sicher klar.

Irgendwelche Schmierereien sind es meistens nicht, die den Betrachter dauerhaft interessieren. Achte deshalb darauf, dass das Motiv gut zu erkennen ist, aufregende Kontraste drinnen sind oder etwas Unerwartetes darin vorkommt. Je mehr „Wow“-Effekt, desto länger wird der Betrachter dein Bild bestaunen.

Schon mal ein vollständig eingerichtetes Wohnzimmer mit Baum an einer Hausfassade gesehen?

Ein gutes Motiv hat oftmals auch eine kleine Message, die es zu deuten gilt. Dazu aber später mehr.

Tolle Motive sind so gut wie immer die, die man im Alltag entdeckt: An der Hausfassade, in der U-Bahn, an der Garageneinfahrt oder einfach an Treppenstufen. Richtig gehört: In deinem Alltag verstecken sich womöglich zahlreiche perfekte Motive, die es zu entdecken gilt! Deshalb halte beim nächsten Spaziergang durch die Stadt unbedingt beide Augen auf!

Streetart ist überall!

Besonders als Anfänger eignen sich bunte Motive auf schwarzem Hintergrund sehr gut – Da kann man quasi nichts falsch machen! Schau mal hier:

Auch das Beitragsbild ist auf schwarzem Hintergrund und eignet sich wegen dem schlichten Hintergrund perfekt, um es zu photographieren.

Die richtige Perspektive

Du weißt mittlerweile, welche Motive sich gut eignen und wie Du sie am besten ablichtest. Nun ja, nicht ganz! Denn neben dem Equipment und dem perfekten Motiv solltest Du auch unbedingt auf die Umgebung und die Perspektive achten.

Denn was nützt Dir das tollste Motiv und das teuerste Equipment, wenn der Hintergrund völlig unpassend ist oder das Bild einfach (trotz allem!) langweilig aussieht?

Siehst Du: Die Perspektive ist ein ganz wichtiger Teil der Photographie.

Dein Bild soll Interesse wecken, nicht wahr? Du willst sicherlich nicht, dass dein Bild irgendwie untergeht. Jetzt heißt es kreativ werden: Probiere mal ein paar Perspektiven aus!

Ein besonders großes Kunstwerk sollte vielleicht von unten photographiert werden, so wirkt es noch majestätischer. Ein Porträt auf der Straße photographierst Du in der Regel am Besten frontal und für „kleine Kunst“ am Straßenrand solltest Du vielleicht in die Knie gehen.. 😉

Interessant für den Betrachter wird es auch, wenn Du einmal bewusst einen Teil auslässt und nicht ablichtest. Der Leser fragt sich dann, wie das Bild möglicherweise „ganz“ aussehen könnte und erinnert sich eher wieder an dein Bild.

Außerdem spielt, wie oben schon erwähnt, der Hintergrund eine große Rolle. Dieser sollte immer zum Motiv passend sein. Wenn Du also beispielsweise ein besonders fröhliches und lustiges Bild von der Biene Maja photographieren willst, aber im Hintergrund die Welt untergeht und dort ein Tornado tobt, solltest Du vielleicht den Hintergrund aus lassen und einfach nah genug an die Maja ran zoomen. Und dann solltest Du dich schnell in Sicherheit bringen… 😉

Generell gilt: Hintergrund kann, muss aber nicht sein! Oftmals tut es auch die Perspektive und das Motiv – der Hintergrund ist Geschmackssache.

Mach dir Gedanken über dein Motiv!

Dieser Punkt lässt sich recht einfach mit dem der passenden Perspektive und des perfekten Motivs verknüpfen. Denn erst wenn Du dir Gedanken über das Bild gemacht hast und genau weißt, wie Du es in Szene setzen willst, kannst Du auch die richtige Perspektive dafür finden. Und ein Motiv ist nur dann besonders gut, wenn es einen tieferen Sinn gibt. 🙂

Ich tue mich oftmals auch sehr schwer, wenn es um die Geschichten hinter den Motiven geht. Schwer ist es, richtig zu deuten. Klar, eine hundert Prozent richtige Deutung wird es nicht geben, aber trotzdem sollte man eine grobe Ahnung haben, wie, was,wo und wieso.

Um Dir das ein wenig zu vereinfachen, habe ich hier ein paar Fragen aufgelistet. Wenn Du dich diese beim Beachten fragst, klappt das mit der Deutung bestimmt!

1. Gibt es überhaupt einen tieferen Sinn hinter dem Bild oder handelt es sich um ein Kunstwerk „aus Spaß“ ohne richtigen Sinn?

2. Schaue auf das Veröffentlichungsdatum rechts oder links unten. Gab es zu diesem Zeitpunkt der Veröffentlichung irgendetwas Aktuelles, wie zum Beispiel politische Spannungen, die dargestellt werden sollen?

3. Neben dem Veröffentlichungsdatum steht oft auch der (Künstler-)Name. Recherchiere ein wenig über ihn/sie!

Klingt machbar, oder? Solltest Du dich dennoch damit schwer tun, dann schließe dich doch einer Streetarttour an! Dazu findest Du mehr Infos weiter unten.

Bildbearbeitung

Die einen lieben es, die anderen hassen es. Ich spreche natürlich von Bildbearbeitung. Willst Du zuerst die gute oder die schlechte Nachricht hören?

Die schlechte (für manche natürlich auch die gute) ist, dass man um die Bildbearbeitung von Streetart-Bildern nur sehr selten ganz rum kommt.

Warum? Ganz einfach! Streetart ist lebendig, sie braucht (meistens) Farbe, soll die Aufmerksamkeit auf sich lenken und einen „Wow“-Effekt auslösen. Kommen wir zurück zum Biene Maja – Beispiel.

Weil der stürmische Hintergrund ganz und gar nicht zum freudigen und lustigen Motiv passt, hast Du ihn einfach ausgelassen und den Fokus auf die Maja gesetzt – stimmt´s? Sehr gut.

Jetzt hat das Motiv aber leider doch ein wenig Farbe durch das schlechte Wetter verloren. Das freudige Motiv, das Begeisterung auslösen soll, strahlt nun ganz und gar nicht mehr. Natürlich fehlt die Intensität der Farben!

Du brauchst kein Experte zu sein, um deinem Bild ein wenig mehr Farbe zu verleihen und oder die Lichtverhältnisse ein wenig anzupassen. Da gibt es etliche kostenlose Tools, mit denen Du in wenigen Minuten pimpen kannst. Mein Programm ist kostenlos und für Windows und iMac geeignet. Es heißt PhotoScape X.

Bei der Bildbearbeitung ist „Learning by doing“ ganz wichtig. Probier´ dich aus und klicke dich einfach mal durch. Meistens musst Du nur ein paar Regler verschieben und dank der Live-Vorschau in den meisten Programmen siehst Du gleich, ob deine Einstellung passt oder nicht.

Masken sind auch ganz praktisch, um bestimmte Dinge in deinem Bild hervor zu heben.

Eins zu viel ist besser als eins zu wenig!

Diese Regel gilt wahrscheinlich für alle Bereiche der Photographie: Mache lieber ein paar mehr Bilder von deinen Motiven! Es kann immer etwas passieren… Mir ist schon öfter ein Vogel ins Bild geflogen zum Beispiel. Das ist sicher ärgerlich, vor allem wenn Du lange nach diesem Motiv gesucht hast und Du nicht so leicht wieder an die Stelle zurückkommen kannst.

Schließe dich einer Gruppe an

Eine geführte Streetarttour erleichtert dir nicht nur die Suche nach den schönsten Motiven, sie bringt dir auch die Geschichten hinter den Bildern näher (siehe oben) und führt dich zu regelrechten Streetarthochburgen. Solche Gruppen gibt es in sehr viele Städten, sie sind meistens sehr schön und auch bezahlbar.

Meine letzte Streetarttour war in BuenosAires, Argentinien. Meinen Tagebucheintrag dazu findest Du hier.

Jetzt kann dem perfekten Foto eigentlich gar nichts mehr im Weg stehen! Ich wünsche dir ganz viel Erfolg und Spaß beim Photographieren!

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Hi, ich bin´s Marian! Mit 14 Jahren Autor eines Blogs? Natürlich geht das! Als ich zwölf Jahre alt war, ergriff mich plötzlich das Reisefieber: Ich schnappte mir meine Mutter und den Rucksack und flog nach Kambodscha, Seitdem liebe ich Asien, Großstädte und das Fliegen selber mehr wie alles andere. Bleib doch noch ein wenig und entdecke mit mir die Welt!

2 Kommentare

  1. Hallo Marian,

    sehr gute Tipps! Besonders den Wechsel der Perspektive kann ich nur empfehlen. Am Besten einfach mehrere ausprobieren und später anschauen. Die Idee mit der Recherche des Künstlers finde ich auch gut, wird zu oft vergessen, selbst von mir. 😉

    Liebe Grüße
    Renate

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