Heute ging es mal wieder früh los hier in Moskau. Die heutige Mission: Laufen, bis die Füße qualmen (Wie immer eigentlich). Ich hatte eine schöne Tour quer durch den Süden Moskaus geplant und wir waren um 10 Uhr startklar.

Das erste Highlight war die Christ-Erlöser-Kathedrale und mein persönlicher Favorit unter den Sehenswürdigen, als wir die Reise geplant haben. Ich erhoffte mir viele tolle Bilder von der kleinen Fußgängerbrücke gegenüber der Kathedrale. Und die gab´s auch! Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben und doch ein paar ganz ansehliche Bilder rausbekommen – so hatte ich mir das vorgestellt! 🙂

Leider konnten wir nicht in die Kathedrale hinein, da ja Ostersonntag war und darin gerade eine Messe gehalten wurde. An dieser Stelle auch nochmal an dich, spät aber doch: Frohe Ostern!

Wir entschlossen uns, den Feind namens „Metro“ zu nehmen und damit bis zum Kiewer Bahnhof etwas außerhalb der Stadt zu fahren. Mittlerweile funktionierte das Metrofahren doch schon ganz gut und es machte mir wieder so viel Spaß, wie üblich. Juhu! 🙂 Doch das sollte sich im Laufe des Tages leider noch ändern…

Am Kiewer Bahnhof angekommen, gab es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst? Also gut: Die Gegend um den Kiewer Bahnhof war wenig anschaulich und sehr verarmt, wir hatten ein mieses Gefühl. Aber es gibt ja noch diese gute.. und zwar gab es zwischen all den grässlich grauen Hochhäuser gab es auch eine kleine Mall mit ein paar netten Lädchen, in denen wir ein wenig shoppten. Danach wurde es uns etwas unbehaglich und wir entschlossen uns, langsam weiter mit der Metro in den Nordwesten Moskaus zu fahren.

Denn dort hatte ich einen kleinen Insider aufgespürt und ich wollte unbedingt einmal dort hin. Und zwar ist es quasi schon ein Muss, ein Wohnhaus in Moskau zu besuchen. Nicht irgendeins, sondern eines der berühmten Personen der Stadt. Da wären zum Beispiel Tolstoj, Pushkin oder Borgakow.

Borgakow sollte mit eines der schönsten sein und so entschlossen wir uns, einmal in die gute Stube des alten Autors zu gehen. Schee war´s! Man muss sagen, der gute alte Bergakow hat eine riesengroße und schöne Dachgeschosswohnung an der Twerskaja, der Shoppingmeile der Stadt gehabt!

Toll waren auch die zahlreichen Graffitis im Treppenhaus des Hauses. Die stammen von den unzähligen Fans, die Borgakow auch heute noch hat. Solltest Du auch einer von ihnen sein, muss ich dir leider sagen, dass absolut KEIN einziger Quadratzentimeter noch weiß ist, und Du dich höchstwahrscheinlich nicht verewigen kannst…

Streetart ist nicht jedermanns Geschmack, vor allem, wenn drei Stockwerke bis zur Decke damit vollgekritzelt sind. Ich fands aber sehr cool und sehenswert!

Über die berühmte, angeblich weltschönste Metrostation Majakowskaya, die eigentlich ganz und gar nicht schön ist, fuhren wir zu einem weiteren Insidertipp, dem Cafe „Zifferblatt“.

Ich kann Dir sagen, das war etwas einmaliges. Eingang am Erdgeschoss? -Fehlanzeige! Wir mussten klingeln und zwei Stockwerke durch das Wohnhaus laufen, ehe wir das Cafe erreichten: Sehr lustig! 🙂

Aber die Mühen hatten sich auch hier wieder gelohnt,´ich war selten in so einem netten Cafe! Man bezahlte für die Zeit, die man im Cafe verbrachte und nicht für das, was man aß oder trank. Alles war umsonst und wenn man gehen wollte, zahlte man für die verbrachte Zeit – eine sehr nette Idee!

Zurück imHotel ging es dann an die Planung des Abends und wir entschlossen uns, in ein „Mettro Diner“, also in ein Metro-Restaurant zu gehen. Es lag in einer uns noch unbekannten Richtung der Stadt, war aber nicht zu weit vom Hotel entfernt. Husch in die Metro, mittlerweile verfuhren wir uns kaum noch, und auf die Rolltreppe wieder nach oben. Und dann passierte das, was uns allen zeigen sollte, wie wichtig doch eine gute Vorbereitung ist:

Ein Mann rannte an mir auf der Rolltreppe vorbei und verlor seine Brieftasche auf meine Stufe, danach rannte er weiter. Wie angewurzelt blieb ich stehen. Kurz bevor meine Tante den Geldbeutel aufheben wollte, griff ich nach ihrer Hand und erzählte ihr, dass ich von dieser Masche gelesen hatte: Nachdem die Touristen die Brieftasche aufgehoben haben und sie dem Mann zurückgeben wollten, kommt dieser auf einmal an und behauptet,  wir hätten es gestohlen! Er hätte uns mit der Polizei gedroht und uns vollkommen in der Hand gehabt. Er hätte auch behaupten können, es sei Geld in der Tasche gewesen, das wir geklaut haben sollen – ein verdammt mieser Trick also!

Immer noch angewurzelt, realisierte ich dann, dass wir von der Brieftasche weg mussten. Also sprangen wir schnell ein paar Stufen nach oben, umso weit wie möglich davon weg zu gelangen. Oben angekommen, gerade den Schock verarbeitet, kam uns der Idiot auch schon entgegen. Nicht mit uns! Du hättest sein enttäuschtes Gesicht sehen sollen! 🙂

Bei solchen Menschen, die solche Maschen bei Kindern anwenden, habe ich kein Mitleid, ganz und gar nicht. Was sind das nur für Menschen?!

Jedenfalls sind wir gut weggekommen und haben den Idioten wohl ausgetrickst, so ironisch ist das Leben manchmal.

Doch leider war die Gegend, in der das Restaurant liegen sollte, noch viel schlimmer als das um den Kiewer Bahnhof. Ein stockdunkles Viertel mit ganz armen, verkümmerten und auch gruseligen Menschen. Wie immer hatten wir Schwierigkeiten, uns mit den Kyrillischen Buchstaben zurecht zu finden.

Als wir eine dunkle Straße entlang gingen, wurde es uns ncoh mehr mulmig. Es lag sicher auch an dem Beihnache-Trickbetrug vor wenigen Minuten und vielleicht haben wir auch ein wenig übertrieben, jedenfalls bekamen wir auf einmal Angst – mitten in der Großstadt, ohne Orientierung.

Was sollten wir tun? Die Karte rausholen und allen damit auf hundert Metern Entfernung  zeigen, dass wir blöde Touristen sind? Schlechte Idee! Und so verhielten wir uns wie Russen (klingt seltsam, ich weiß. Allerdings wussten wir uns nicht anders zu helfen) und schauten nur ganz kurz auf den Stadtplan. Meine Tante konnte gar ncihts erkennen, weil es zu dunkel war und mir gelang es langsam, eine Route (5 Kilometer lang!) zurück in die Stadt zu finden.

Unser unfreiwilliger Spaziergang dauerte eine gefühlte Ewigkeit und wir waind und waren heilfroh, als wir endlich wieder die Lichter des Kremls im Dunkeln strahlen sehen konnten…

Nachtrag: Hast Du schon die Einträge von der Anreise und dem zweiten Tag in Moskau gelesen? Nein?! – Na dann aber los! 😉

The following two tabs change content below.
Hi, ich bin´s Marian! Mit 14 Jahren Autor eines Blogs? Natürlich geht das! Als ich zwölf Jahre alt war, ergriff mich plötzlich das Reisefieber: Ich schnappte mir meine Mutter und den Rucksack und flog nach Kambodscha, Seitdem liebe ich Asien, Großstädte und das Fliegen selber mehr wie alles andere. Bleib doch noch ein wenig und entdecke mit mir die Welt!

9 Kommentare

  1. Hi Marian,

    das ist ja wirklich krass. Leute gibt’s… unglaublich :-/
    Gut, dass du dich so gut informiert hattest.
    Ich wäre sicher auf diese dreiste Masche reingefallen.
    Es ist gut, dass du mit deinen Beiträge auch uns Andere vor solchen miesen Maschen warnst! Danke dir. 🙂

    Trotzdem scheint Moskau echt cool zu sein.
    Eine tolle Inspiration für folgende Reisen!

    Liebe Grüße
    Kathrin

    1. Liebe Kathrin,
      das ist wirklich unmöglich, finde ich auch… Aber solche Menschen muss es ja auch geben.. :/
      Moskau ist trotzdem echgt cool, wie Du sagtest.
      Um dir noch ein wenig mehr Reiseinspiration zu bringen, werden in nächster Zeit noch ganz viele Beiträge über Moskau vollgestopft mit Bildern folgen! 😉
      Grüße zurück, Marian

  2. Hallo Marian,

    schlimm, wie manche Betrüger die Hilfsbereitschaft anderer Menschen ausnutzen möchten. Und wirklich gruselig, als Ihr Euch in einer üblen Ecke verlaufen hattet. Zum Glück ist in beiden Fällen nichts passiert!

    Ich freue mich schon auf Deine nächsten Erzählungen mit dann hoffentlich positiverem Verlauf.

    Liebe Grüße
    Magdalena

    1. Hi Magdalena,
      da haben wir wirklich Glück gehabt. Der Vorfall hätte nicht unbedingt sein müssen, das stimmt. Allerdings ist die Stadt toll und definitiv eine Reise wert.
      Ich hoffe, dass ich das in den nächsten Artikeln ein wenig stärker zum Ausdruckbringen kann.
      Liebe Grüße, Marian

  3. Hallo Marian!
    Soeben Deinen Bericht gelesen. Da war ja Dein letzter Tag in Moskau ganz schön spannend!!
    Das Geschehen auf der Rolltreppe , finde ich, ist ja das Letzte. Gut, daß Ihr auf diesen fiesen Trick nicht reingefallen seid. Da war es gut, daß Du Dich vorher schon mal schlau gemacht hast.
    Ja, wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen,stimmt’s ?
    Freue mich auf Deine weiteren Berichte.
    Liebe Grüße

    1. Da hast Du recht! Aber auch deshalb liebt man Reisen ja. Es muss ja nicht immer nur Positives passieren, sonst würde es ja irgendwann langweilig werden. 😉

  4. Moin Marian,
    toll, dass Du so besonnen regiert hast und damit Euch allen großen Ärger erspart hast.

    Gefällt mir gut Dein Blog!
    LG aus Hamburg
    Sue

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*